Giovanni Trapattoni – Was erlauben Strunz?

Auf einer Pressekonferenz vor genau 20 Jahren, kam es zu der wohl schönsten Wut-Rede der Fußballgeschichte. Der damalige Fußballtrainer des FC Bayern München Giovanni Trapattoni explodierte geradezu und wurde so Kult.

 

Es war der 10.03.1998, zwei Tage nach der Niederlage vom 25. Spieltag der Bayern auf Schalke. Drei wichtige Punkte fehlten den Bayern, am Ende hätten diese übrigens den Unterschied gemacht und man hätte eben 69 statt 66 Punkte auf der Habenseite gehabt und wäre Meister geworden. So wurde Bayern nur Zweiter. Aber zurück zu dem, was dann geschah. Der damalige Fußballtrainer des FC Bayern München Giovanni Trapattoni galt immer als Maestro, schließlich war er aus Italien. Aber nach der 0:1 Niederlage gegen den FC Schalke 04 lagen die Nerven wohl etwas blank. Auf alle Fälle kam es zu einer, wenn nicht sogar der denkwürdigsten Pressekonferenz im deutschen Fußball.

 

Vor allem ein Satz blieb dabei in Erinnerung: „Was erlauben Strunz?“. Dieser Satz war allerdings ein Running-Gag in der Bayern Kabine. Denn jedes Mal, wenn etwas passierte, fragten die Spieler: „Was erlauben Strunz?“. Trapattoni hatte Strunz wohl schon vorher auf dem Kieker oder war es mehr?

 

Dreieinhalb Minuten ging die berühmte Wut-Rede. Ex-Bayern Profi Markus Babbel verriet später, Trapattonis Worte galten wohl gar nicht Strunz, sondern vor allem Mario Basler und Mehmet Scholl. Die kreativen Zwei hatten sich in einer Revolte stark gegen das System des Trainers ausgesprochen und waren vor allem mit ihrer Rolle als Bankspieler nicht einverstanden.

 

Viel halfen Trapattonis Worte allerdings nicht. Im anschließenden Spiel gelang gegen den VfL Bochum nur ein 0:0. Nach diesem Spiel wurde Trapattoni übrigens entlassen und der FC Bayern konnte nochmal eine Aufholjagd auf den Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern starten. Allerdings fehlte es den Bayern an der Kaltschnäuzigkeit. Denn immer, wenn sie in unmittelbarer Nähe zur Tabellenführung kamen, wurden sie nervös und verspielten eigentlich sichere Siege. So zum Beispiel am 31. Spieltag beim 4:4 gegen den Tabellenletzten Arminia Bielefeld. Kaiserslautern wurde mit zwei Punkten Vorsprung deutscher Meister und machte nach ihrem Aufstieg in die erste Bundeliga die Sensation perfekt. Nie zuvor hatte ein Aufsteiger gleich im ersten Jahr des Bundesligaaufstiegs auch die deutsche Meisterschaft geholt.

 

Trotzdem, die Bayern holten in den folgenden drei Jahren die deutsche Meisterschaft. Meist durch Meisterschaften, die am letzten Spieltag oder der letzten Minute erst entschieden worden waren, kaltschnäuzig eben.

 

 

Foto: imago Joch

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