Warum der Hamburger SV Dino genannt wird

Der HSV ist Bundesliga und Tradition pur. Kein anderer Verein war seit der ersten Saison in der Bundesliga und bis dato nicht doch einmal ab- und wieder aufgestiegen. Die Kölner und Stuttgarter können davon ein Lied singen. Doch in dieser Saison erwischte es den Dino nun doch.

Insgesamt 55 Jahre konnten sie sich die Hamburger in der höchsten Spielklasse Deutschlands halten. Ohne einen einzigen Abstieg und mit nur zwei Jahren Bundesligaerfahrung weniger, ist der FC Bayern München, der ähnlich stark war.

Wenn der HSV nächste Jahr nicht wieder aufsteigen sollte, werden die Bayern dann mit dem HSV gleichzeihen, als Verein mit den meisten Bundesligajahren hinter den Hamburgern. Sollte der HSV aber gleich wieder in die obere Klasse wechseln, bliebe das eine Jahr mehr in der Liga für die Hamburger. In dieser Saison wird der SV Werder Bremen (bislang 54 Jahre), auch aufgrund der besseren Bundesligastatistik, die Hamburger einholen. Einzig in der Saison 1979/80 konnten die Bremer den Abstieg nicht verhindern.

Vor der Gründung der Bundesliga im Jahre 1963, war Deutschlands Profifußball in fünf Ligen aufgeteilt. Dem damalige National und Weltmeistertrainer Sepp Herberger war das ein Dorn im Auge. Er wollte wie in den anderen Ländern Europas eine Liga mit den stärksten Spielern, aus denen er dann seine Nationalmannschaft besetzen würde. Die besten Mannschaften aus den jeweiligen Ligen stellten so also die ersten 16 Bundesligisten. So qualifizierten sich folgende Teams:

Oberliga Nord:Eintracht Braunschweig, Werder Bremen, Hamburger SV
Oberliga West:Borussia Dortmund, 1. FC Köln, Meidericher SV (Heute MSV Duisburg), Preußen Münster, FC Schalke 04,
Oberliga Südwest:1. FC Kaiserslautern, 1. FC Saarbrücken
Oberliga Süd:Eintracht Frankfurt, Karlsruher SC, 1. FC Nürnberg, TSV 1860 München, VFB Stuttgart
Stadtliga Berlin:Hertha BSC

Am 24.08.1963 bestritt der Hamburger SV den 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Preußen Münster. Mit Stars wie Charly Dörfel und Uwe Seeler ging es mit dem Bus ins 280 Kilometer entfernte Münster. „Egal wo der HSV hinkam, hingen die Bäume voller Menschen“, sagte einst Uwe Seeler. 30.000 Münsteraner saßen bis an den Spielfeldrand um die Bundesligapremiere beider Vereine zu beobachten. Der Hamburger SV ging als klarer Favorit ins Spiel, doch Preußen Münster wollte das Spiel nicht so einfach hergeben. Zur Halbzeitpause stand es noch 0:0. Martin Wilke, Trainer des HSV, sah seiner Mannschaft die große Nervosität an. So kam es, dass der große Underdog Preußen Münster durch eine feine Flanke von Manfred Pohlschmidt auf Falk Dörr zum 1:0 traf. Münster kam auch weiterhin zu guten Möglichkeiten, konnten ihre Chancen allerdings nicht nutzen. In der 86. Spielminute gab es dann noch einmal eine Ecke durch Ernst Kreuz für die Hamburger. Sie passte genau auf den Kopf von Charly Dörfel, der den Ball nur noch einnicken musste. So spielten die Hamburger ein glückliches 1:1 am ersten Spieltag der Bundesliga. Am Ende sprang von insgesamt 16 Bundesligamannschaften der sechste Platz heraus. Absteiger damals waren damals übrigens der 1. FC Saarbrücken und Preußen Münster.

Das vorerst letzte Spiel in der Bundesligageschichte gewannen die Hamburger am 12.05.2018 mit 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Sie konnten den Abstieg allerdings nicht mehr verhindern und so wird die Bundesliga in der neuen Saison erst einmal ohne den großen norddeutschen Traditionsverein auskommen müssen.

Foto: imago Horstmüller / Hartung

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