Wer ist der erste deutsche Fußballmeister?

31.05.1903, Finale um die deutsche Fußballmeisterschaft in Altona. Es spielt der VfB Leipzig gegen den DFC Prag. An diesem Nachmittag sollte der erste deutsche Meister der deutschen Fußballhistorie ermittelt werden.

Am 28. Januar 1900 wurde zur Zeit des Kaiserreiches in Leipzig der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegründet. Doch erste im Jahr 1903 wurde unter der Leitung des DFB erstmals eine deutsche Fußballmeisterschaft ausgerichtet. Die Qualifikation der Meisterschaft wurde zunächst über einen Monat ausgetragen. Vom 3. Mai bis zum 31. Mai spielten sechs Mannschaften um den Titel: Altonaer FC 93, Magdeburger FC Viktoria 96, Berliner TuFC Britannia 92, VfB Leipzig, DFC Prag und der Karlsruher FV. Allesamt waren sie Meister der entsprechenden Lokal- und Regionalverbände. Da bis zum Jahr 1904 auch im Ausland ansässige deutsche Verbände zugelassen, bekam der DFB-Gründungsmitglied DFC Prag ebenfalls eine Chance.

So kam es im Viertelfinale zu folgenden Paarungen und Ergebnissen:

03. Mai 1903Altonaer FC 938:1 (3:0)Magdeburger FC Viktoria 96
10. Mai 1903Berliner TuFC Britannia 921:3 (0:1)VfB Leipzig
10. Mai 1903DFC PragausgefallenKarlsruher FV

Altonaer FC 93 konnte dank Franz Behr, der kurioserweise im späteren Finale als Schiedsrichter auflaufen musste, die Magdeburger mit 8:1 abschießen.

Das Spiel zwischen dem DFC Prag und Karlsruher FV wurde zunächst in München angesetzt. Die Prager erhoben allerdings dagegen Einspruch, mit dem Argument, dass man in Prag höhere Zuschauereinnahmen erzielen würde. Da nun wiederum die Karlsruher Protest einlegten, wurden aus Zeitgründen beide Teams fürs Halbfinale zugelassen.

Habfinale:

17. Mai 1903VfB Leipzig6:3 (3:3)Altonaer FC 93
17. Mai 1903DFC PragausgefallenKarlsruher FV

Beim 6:3 Sieg gegen den Altonaer FC 93 erzielten Edgar Blüher, Heinrich Riso und Bruno Stanischewski jeweils einen Doppelpack. Nach 6:0 Führung verkürzten die Altonaer durch Walter, Herder und Miklós Bradanovic.

Im bereits einmal versetzten Spiel kam es erneut zum Eklat. Bei der Telegramm-Affäre, erhielten die Karlsruher ein gefälschtes Telegramm, in welchem geschrieben stand, dass das Spiel erneut verlegt worden war. So reisten sie nicht zum Spiel an und wurden vom DFB disqualifiziert. Der DFC Prag kam so auf äußerst kuriose Weise ins Finale der deutschen Fußballmeisterschaft. Der damalige DFB-Präsident Prof. Dr. Ferdinand Hueppe war übrigens 1. Vorsitzender des DFC Prag.

So kam es am 31. Mai 1903 zum deutschen Meisterschaftsfinale zwischen dem VfB Leipzig und dem DFC Prag. Auf der Exerzierweide in Altona besuchten laut Augenzeugen cirka 800 Zuschauer das Finale. Bis heute ist allerdings unklar wie viele es genau gewesen sind, da die Überlieferungen doch unterschiedlich ausfallen.

Die Exerzierweide im Stadtteil Bahrenfeld ist heute spurlos verschwunden. Im  Stadtplan von 1907 liegt sie gegenüber dem Friedhof Diebsteich (früher: Alter Altonaer Friedhof) und hieß „Alter Exercier-Platz (jetzt Spiel- u. Sportplatz)“.

Spielstart mit Verspätung

So wichtig das Spiel auch war, der Fußball in Deutschland steckte noch in den Kinderschuhen. Der für das Spiel zu liefernde Spielball kam nicht an und so mußte kurzfristig einer vom Lokalmatadoren Altonaer FC 93 geliehen werden. Das war möglich, weil Fritz Behr, im Halbfinale noch Verlierer mit dem Altonaer FC 93 gegen Leipzig, nun Schiedsrichter war. Angepfiffen wurde daher erst um 16.45 Uhr. Die Prager legten mit viel Tempo los und das zahlte sich aus. In der 22. Spielminute ging Prag durch Stürmer Meyer in Führung. Die Leipziger glichen nach schwachem Beginn zunächst in der 31. Minute durch Mittelfeldspieler Walter Friedrich aus. So gingen sie in die Halbzeit. Die Prager mußten dem hohen Tempo Tribut zollen. Direkt nach Wiederbeginn traf Adelbert Friedrich zur 2:1 Führung für Leipzig (49. Minute). Diesem Treffer folgte ein weiterer durch Toptorschütze Heinrich Riso (54.). Erneut Meyer in der 65. Spielminute ließ bei den Pragern noch einmal Hoffnung aufkeimen, doch nun verließen die Prager alle ihre Kräfte. Man munkelt, das junge Studententeam hätte die Nacht davor einen langen Reeperbahnbummel gemacht. Die Folge, ein schneller Doppelschlag durch Bruno Stanischewski (69.) und erneut Heinrich Riso (71.) erstickte jede Hoffnung im Keim. Stanischewski (85.) und Riso (88.) stellten dann den Entstand von 7:2 her. Beide waren übrigens am Ende der Meisterschaft Torschützenkönig mit jeweils sechs Treffern in drei Spielen. Für Leipzig war es die erste von insgesamt drei Meisterschaften (1903, 1906, 1913).

Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs war übrigens der 1. FC Nürnberg mit sechs Meisterschaften Rekordmeister vor dem FC Schalke 04 (5). Bis 1968 konnten die Nürnberger noch fünf weitere Titel gewinnen. Dieser war allerdings auch der letzte in der erfolgreichen Vereinsgeschichte. Der jetzige Meister FC Bayern kann auf 28 Meistertitel zurückblicken.

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